Leserbriefe
Leserbrief Timo Kuntze Dresden, 27. Juni 2009
Liebe Stiftung Wald für Sachsen!
Danke für die Zusendung des "Waldblicks"! Neben einer beiliegenden Spende möchte auch ich mich zum Waldmehrungsprojekt Peres äußern. An Bekannte schickte ich davon Kopien und bat sie, sich diesbezüglich ebenfalls einzuschalten.
Mit einer Weitergabe nachfolgender Gedanken bin ich einverstanden: "Viele Naturschützer hängen an dem Idealbild, wonach das natürliche Gleichgewicht etwas Statisches sei, das sie mit allen Mitteln vor Veränderungen bewahren müssen. Den dafür nötigen staatlichen Schutzstatus und die damit einhergehenden finanziellen Zuwendungen gibt es erst dann, wenn in dem betreffenden Gebiet eine seltene und vom Aussterben bedrohte Spezies (noch) vorkommt. Für deren künstlichen Erhalt sorgt man dort, ähnlich einem Zoo oder Garten. Das geschieht, indem andere Arten zurückgedrängt, ja sogar entfernt / vernichtet werden, sowie den natürlichen Entwicklungsprozessen entgegengewirkt wird. Doch genau diese Grundhaltung, die das Ganzheitliche negiert und eine willkürliche menschliche Auslese in Form biologischen Rassismus betreibt, sorgt für ständigen Nachschub bei den so genannten Roten Listen.
Das künstliche Offenhalten der Landschaft ist widernatürlich, sofern es nicht den elementarsten menschlichen Grundbedürfnissen dient. Weit über die Hälfte des Landes (im Leipziger Raum noch mehr) zählt dazu. Mit den landwirtschaftlichen Nutzern dieser Freiflächen sollten sich jene Naturschützer auseinandersetzen, anstatt ihr eigentliches ursprüngliches Anliegen vor Gericht und der Presse gleichermaßen lächerlich und unglaubwürdig zu machen.
Offenlandschaften entstehen ständig neu durch Nutzungsaufgabe von Wohn- und Gewerbeflächen sowie verschiedentlichen Abbaubetrieben, ob Kohle, Sand, Kies, Gestein. Gerade in der heutigen Zeit sollten jene Leute mehr als froh darüber sein, dass es noch Menschen gibt, die in ihrer Freizeit dazu Willens sind, Bäume zu pflanzen und zu pflegen. Andererseits setzt sich die Flächenversiegelung hierzulande und die Abholzung (nicht nur) der Regenwälder ungebremst fort. Letztendlich handelt es sich nicht nur um eine Holzplantage, auf die durchaus auch verzichtet werden könnte, sondern um Laub-Mischwald, der auf dem betreffenden Gelände angelegt werden soll. Gerade dieses Ökosystem produziert mehr Humus, als es verbraucht und sollte - nein muss! - in Zeiten des Klimawandels nicht noch von Naturschützern be- oder gar verhindert werden! Diese Leute müssen sich fragen lassen, ob ihr Verhalten durch infantilen Trotz, verletzte Eitelkeit oder Geltungsbedürfnis (fehl)geleitet wird. Man bekommt dabei das Gefühl, dass Amtsanmaßung, ja Amtsmissbrauch mit ihm Spiel sind.
Der Stiftung Wald für Sachsen rate ich, auf ihre Schonungen besonders bei trocken-heißer Witterung besonders achtzugeben. Eine öffentliche Bloßstellung oder Niederlage kann bei manchen Menschen Rachegefühle auslösen und Taten zeitigen, mit denen keiner rechnet. Beispielsweise legten Angehörige der Feuerwehr Brände, um selbst mal mit löschen zu können.
Besagte 11 Hektar sanddornbefallene Fläche kann man durch Einwerfen von gesammelten Eicheln versuchsweise "aufforsten" wie das einst getan ward und es der Eichelhäher heute mit recht gutem Erfolg noch betreibt. Das braucht keineswegs öffentlichkeitswirksam geschehen und gleichsam wie die Gerichte (und vor allem wann) entscheiden, so ließe sich die Zeit nutzen, dass später nicht einmal jene Naturschützer gegen diese "Naturverjüngung" etwas sagen könnten (falls sie nicht ihre Meinung inzwischen ändern).
Mit besten Grüßen und meinen ehrlichen Wünschen für mehr Wald in Sachsen verbleibe ich
Timo Kuntze
Leserbrief Dieter Reich, Rötha, 23. Juni 2009:
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich wollte meine Meinung zu Peres äußern, konnte aber auf Ihrer Internetseite zum Stichwort Peres nichts finden. Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich für die weitere Aufforstung in Peres bin und die Haltung der Behörden und mancher "Umweltfreunde" absolut nicht verstehen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Dieter Reich
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