Herzlich Willkommen auf den Seiten der Stiftung Wald für Sachsen. Wir engagieren uns für den Waldschutz in Sachsen und der Bewahrung der Natur durch die Gestaltung einer naturnahen Umwelt.

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Die Stiftung Wald für Sachsen engagiert sich für den Waldschutz in Sachsen und die Bewahrung der Natur durch die Gestaltung einer naturnahen Umwelt.

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Waldfunktion

Waldfunktion

Wälder sind nach wie vor die vorherrschende Vegetationsform der Biosphäre und bedecken heute 3,5 Mrd. Hektar. Ungefähr ein viertel der Festlandsfläche und knapp 10 % der Erdoberfläche ist bewaldet. Sie sind eines der komplexesten Ökosysteme. Und bei optimaler Ressourcenausnutzung das produktivste Landökosystem. Nach den Ozeanen sind Wälder die bedeutendsten Einflussgröße des globalen Klimas. Sie binden Kohlendioxid und sind der wichtigste Sauerstoffproduzent. Dazu wirken sie ausgleichend auf den weltweiten Stoffhaushalt. Der Artenreichtum von Wäldern birgt einen unschätzbaren Genpool, dessen Bedeutung zunehmend auch in der Technik und Pharmaindustrie erkannt wird.


Nachhaltige Waldwirtschaft

Sachsen ist relativ waldarm: Mit nur 27 Prozent Waldanteil und einer Waldfläche von ca. 0,11 Hektar, das entspricht 1.100 m² je Einwohner, braucht die Region unsere Hilfe. Wir bündeln die Kräfte und unterstützen den Freistaat dabei, in Bergbaufolgelandschaften, ausgeräumten Agrarlandschaften und in Ballungsräumen mehr Wald zu schaffen: Durch aktive Aufforstung und durch natürliche Bewaldung (Sukzession) auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Nichts ist so wertvoll wie eine abwechselungsreiche Kulturlandschaft mit Wald und ausgedehnten Naturräumen. Mehr Wald bedeutet: Stiftung Wald für Sachsen


Klimaschutz

Waldmehrung mindert effektiv den Treibhauseffekt. Neue Wälder entziehen der Atmosphäre CO2 durch die Bildung von Biomasse (Stamm-, Ast-, Wurzelholz, Blätter/Nadeln, Humus).

Nach Schätzungen der maßgeblichen internationalen Expertenkommission, dem IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), stehen weltweit ca. 345 Millionen Hektar Flächen für Aufforstungen zur Verfügung. Würde man diese Fläche bewalden, könnten die neuen Wälder Jahrzehnte lang jährlich etwa 1/3 der CO2-Menge kompensieren, die jedes Jahr in die Atmosphäre gelangt.

 

Treibhauseffekt: 
Im allgemeinen Sprachgebrauch beschreibt das Phänomen "Treibhauseffekt" eine ungezügelte Erwärmung der Erdatmosphäre mit all ihren negativen Konsequenzen. Man muss aber klar unterscheiden zwischen einem natürlichen und einem anthropogenen, durch den Menschen verursachten, Treibhauseffekt. Der natürliche Treibhauseffekt besagt, dass die Erde mit einer Schicht klimawirksamer Gase umgeben ist, durch die kurzwellige Sonnenstrahlung zur Erde gelangt. Dort wird sie in langwellige Strahlung umgewandelt, deren Rückstrahlung in den Weltraum durch die Gasschicht gebremst wird. Dieser Effekt führt dazu, dass sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde von Minus 18°C auf Plus 15°C erhöht. Dieser Treibhauseffekt ist also unbedingte Voraussetzung für jegliches Leben auf der Erde. Aufgrund menschlicher Aktivitäten - vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger und durch Landnutzungsänderungen, insbesondere die Vernichtung von Wäldern - kommt es zu einer Anreicherung klimawirksamer Gase in der Atmosphäre. Der natürliche Treibhauseffekt wird durch den anthropogenen Treibhauseffekt verstärkt. Die Kehrseite von Fortschritt, Entwicklung, Zivilisation und Wohlstand ist ein Rucksack von bisher ca. 600 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2), die zusätzlich zur vorindustriellen CO2-Menge in der Atmosphäre angereichert wurden. 


Hauptursachen sind: 
Großflächige Waldzerstörung und geänderte Landnutzung durch Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdgas, Erdöl und Kohle zur Energiegewinnung Sekundärenergie im Verkehrsbereich, der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion und beim Gebrauch von Produkten.


Folgen des Treibhauseffektes:
Mehr klimawirksame Gase bedeuten eine höhere Durchschnittstemperatur, die zu verstärktem Austausch von Luftmassen,
zu Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und anderen Wetteranomalien führt bis zur deutlichen Verschiebung von Klimazonen:

Klimaveränderungen:
Längere Trockenperioden in den Subtropen, Ansteigen der Niederschlagshäufigkeit und -intensität in mittleren bis polaren Breiten

Witterungsextreme:
Zunahme der Windgeschwindigkeiten und der Wirbelstürme, Ausweitung von Überschwemmungsgebieten, höherer Meeresspiegel

Verschieben der Vegetationszonen:
Nordischer Nadelwald geht zurück. Steppen dehnen sich aus. Wüsten rücken vor.


Klimaschutz in Sachsen:
Natürlich wirkt jeder Hektar neuen Waldes auch in Sachsen auf den CO2-Haushalt der Atmosphäre. Ein Hektar neuen Laubmischwaldes kann unter mitteleuropäischen Verhältnissen in seiner Lebenszeit bis zu 10 Tonnen CO2 pro Jahr binden. Ein Effekt, der noch verstärkt wird, wenn das in unseren Wäldern produzierte Holz langfristige Verwendungen findet: Je länger Holz in Produkten erhalten bleibt, desto länger wird Kohlenstoff über die Lebensdauer eines Baumes hinaus gespeichert.



Erholung

Der Wald gilt als Sinnbild des Natürlichen und des Ursprünglichen und vermittelt das Gefühl der Freiheit. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt gewinnt die soziale Funktion des Waldes zunehmend an Bedeutung. Ob aus gesundheitlichen Gründen, zum Zweck der Naherholung oder um Sport zu treiben – der Erholungsraum Wald ist Allseits beliebt.

Geräusche, welche Stress verursachen, werden gedämpft und man kann die Schönheit der Natur mit allen Sinnen genießen. Es existiert ein reizarmes Waldinnenklima mit geringen Temperaturschwankungen, angenehmen Lichtreizen, faszinierenden Farben und Formen, Luftruhe und einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Des Weiteren kann der Wald positiv auf die psychische Verfassung wirken, da er durch genannte Eigenschaften beruhigend, ablenkend und inspirierend wirkt.

Stadtnahe Wälder sind ein beliebtes Freizeitziel und dienen der Naherholung. Im Kontrast zu dem hektischen Stadtleben stellt er einen „Ort der Ruhe“ dar. In der Regel sind Wälder bestens durch Wege erschlossen und laden zum Beobachten, Entdecken und Sammeln ein. Je nach Jahreszeit finden sich beispielsweise Pilze, Beeren oder Kräuter. Und man kann zum Beispiel Tiere beim Nestbau oder der Futtersuche beobachten.

Neben der Naherholung begeistern Wälder zur sportlichen Betätigung. Man kann Wandern, Skilaufen, Moutainbike fahren, Joggen, Nordic Walken und vieles andere. Insgesamt kann man sagen, dass der Wald entscheidend zur Lebensqualität des Menschen beiträgt.

 


Wasserschutz

Trinkwasser
Wald hat eine große Bedeutung für qualitatives Trinkwasser. Wasserschutzgebiete liegen überwiegend in Wäldern. Durch die Reinigungswirkung des Waldes können über 60% des Trinkwassers völlig naturbelassen und ohne weitere Aufbereitung direkt von den Quellen oder den Brunnen genutzt werden. Ein guter Zustand des Waldbodens ist für die Qualität des Grundwassers und der Oberflächengewässer besonders ausschlaggebend.

Trotz der hohen Schadstoffeinträge durch Luft und Wasser ist im Wald gebildetes Wasser weitaus geringer belastet als das aus landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Die Reinigung des Wassers geschieht beim Durchwandern der verschiedenen Vegetationsschichten und des Waldbodens. Schadstoffe werden gebunden oder umgewandelt.

Kommt es allerdings zu sehr großen und kontinuierlichen Stoffeinträgen aus der Atmosphäre, so reichern sich dabei ausgefilterte Stoffe im Ökosystem an. Dies geschieht solange, bis die Speicherkapazität erschöpft ist. Folglich kann es zu Überangeboten einzelner Stoffe oder zu Versauerung des Bodens kommen (z.B. bei Stickstoff). Das Sickerwasser wäscht die im Boden angereicherten Stoffe aus und kann sie so ins Grundwasser transportieren und es belasten.

Durch ständige Kontrolle des Grundwassers und notfalls durch Waldbewirtschaftungsmaßnahmen, kann einem Qualitätsverlust des Grundwassers vorgebeugt werden.

Die Walderhaltung und Waldmehrung sind ein bedeutender Beitrag zur Sicherung unseres Trinkwassers und zum Hochwasserschutz.

Hochwasserschutz
Wälder festigen den Boden durch ihr Wurzelgeflecht. Dadurch vermindern sie die Erosion durch Wasser. Der Waldboden dient als Wasserspeicher und gibt auch nach längeren Trockenzeiten Wasser an die Umgebung ab. In einen ebenen Waldboden können 60 bis 70 Liter Wasser pro Quadratmeter aufgenommen werden. Auf Weideflächen sind es in gleicher Lage und Zeit nur 20 Liter.

Die Eigenschaften des Bodens beeinflussen die Verteilung des Wassers, welches ins Grundwasser versickert oder oberflächlich über Flüsse abfließt. Dies ist vor allem für das Entstehen von Hochwasserereignissen von Bedeutung. Von den Bodeneigenschaften hängen auch die Schutzwirkung gegenüber Bodenerosion, Vernässung und Hochwasser, die nutzbare Wassermenge und die Wasserqualität ab. Ein Hektar Wald kann bis zu 2 Millionen Liter Wasser speichern, die er langsam und stetig wieder abgibt. 


Umweltschutz

Luft und Klima
Wälder besitzen ein Klima, welches sich positiv auf das Wohlbefinden des Menschen auswirkt. Durch die Filterwirkung des Kronendaches wird eine Änderung der Strahlendosierung und -zusammensetzung verursacht. Durch die Abschwächung von Extremwerten werden große Schwankungen der Lufttemperatur ausgeglichen. Im Wald wird die Windgeschwindigkeit herabgesetzt und es herrscht eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Der Wald besitzt durch die große Oberfläche seiner Blätter, seine vertikale Gliederung und seine Rauhigkeit eine starke Filterwirkung. Er filtert Unmengen von Aerosolen aus der Luft und bindet beispielsweise Staube und Schadstoffe. Bei der Fotosynthese wird Kohlendioxid unter anderem in Biomasse umgewandelt und dabei Sauerstoff freigesetzt. Damit speichert der Wald große Mengen an CO2 und entzieht sie so langfristig der Atmosphäre.

Wasser
Wälder nehmen eine grundlegende Bedeutung im Wasserkreislauf ein. In Wäldern kann Wasser längere Zeit und in größeren Mengen gespeichert werden als auf Freiflächen. Sie besitzen einen eher geringen Oberflächenabfluss und das Regenwasser wird im Boden wie in einem Schwamm gespeichert.

Sie sichern die Verfügbarkeit von Trinkwasser, liefern Wasser zur Bewässerung und zur Energiegewinnung durch Wasserkraft. Wasser wird, wie Luft, in Wäldern gefiltert. Somit ist es für Menschen und Tiere in vollem Umfang nutzbar.

Der Wald schützt auch vor Schneeverwehungen und verursacht eine zeitliche Streckung der Schneeschmelze. Somit ist der Zeitraum größer, in dem das Wasser abfließt, und es kommt nicht zu Überschwemmungen.

Böden
Der Waldboden wird auf verschiedene Art geschützt. Die Baumkronen bremsen die Regentropfen ab und spenden Schatten, was die Bodenerosion stark vermindert. Hinzukommt die Festigung des Bodens durch das Wurzelwerk und der Schutz vor Bodenabtragung durch starken Wind. Wälder schützen den Boden in Gebieten von Wüstenbildung und Verkarstung. Die Mangrovenwälder sichern zum Beispiel die Küsten gegen Abtragung. Vor allem in Gebirgen dient der Wald auch dem Lawinen-, Muren und Steinschlagschutz. Die Baumstämme stabilisieren die Schneedecke und Beugen somit der Entstehung von Lawinen vor. Kommt es zu einer Lawine, so bremst der Wald die Schneemassen.

Der Schutz vor Muren und Steinlawinen ergibt sich einerseits aus der Durchwurzelung und Festigung des Bodens. Andererseits aus dem Abschwächen der Bodenerosion.